Wo Andechs drauf steht, ist auch Andechs drin
Geschrieben von formulino in Arbeit - Beruf - Karriere, Büro & Geschäft, ExistenzgründungJetzt hat das deutsche Reinheitsgebot auch den allerhöchsten Segen erhalten. Wo deutsches Bier drauf steht, muss auch deutsches Bier drin sein. Und wo Andechser drauf steht, ist auch Andechs drin.
Schlusspunkt eines bizarren Streits um Mönche, Marken, Maische.
Jahrelang galt das Kloster Andechs, das zur Abtei St. Bonifaz gehört, als heiliger Berg der frommen Trinker. Hinauf ging es wie auf den grünen Hügel in Bayreuth in demutsvoller Andacht mit gesenktem Haupt, abwärts deutlich lauter und mitunter auf allen Vieren. Den Klostermönchen stieg ihr Gebräu wohl selbst zu Kopf und so sannen Sie auf eine erfolgreiche Weitervermarktung des göttlichen Gesöffs. Eine Beteiligung an einer Kneipenkette (Kloster Andechs Gastronomie AG) endete jedoch im Konkurs. Der weltliche Partner erwarb daraufhin mit zwei Investoren Verträge, Personal, Inventar und auch die Namensrechte aus der Konkursmasse. Als Franchise-Brühe wurde "Der Andechser" schließlich bis nach Wiesbaden ausgeschenkt. Das wiederum brachte die Mönche zum Schäumen.
Das Landgericht München hat nun mit Gottes Segen ein klosterfreundliches Urteil gefällt. Andechser darf sich nur nennen, was aus Andechs kommt. Alles andere ist des Teufels. Die göttlichen Trinker, die alljährlich zum Klostergarten wie zum heiligen Graal pilgern, wird es freuen.
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