400-Euro-Jobs – nix netto!
Geschrieben von formulino in Arbeit - Beruf - Karriere, Büro & Geschäft400-Euro Jobs oder auch geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse sind für alle von Vorteil: Der Arbeitnehmer spart die Sozialabgaben, der Arbeitgeber hat eine billige und flexible Arbeitskraft und der Staat kann seine Statistik bereinigen. Doch spätestens seit die Abgabenpauschale für den Arbeitgeber von 25 auf 30% gestiegen ist, sind 400-Euro-Jobber genau genommen 520-Euro-Jobber. Für den Arbeitgeber. Und zwar Brutto. Und auch der Arbeitnehmer, der in der Regel seine 400 Euro Brutto für Netto kassiert, muss, wenn er seine Anwartschaften etwa in der Rentenversicherung aufstocken will, einen Abschlag hinnehmen.
Nun kann es ihm auch noch passieren, dass er für die Lohnsteuer zur Kasse gebeten wird. Denn die pauschale Lohnsteuer von 2 % kann sich der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer zurückholen, wie das Bundesarbeitsgericht (Az. 5 AZR 628/04) urteilte. Danach hatte eine Reinigungskraft geklagt, weil sie von ihrem monatlich vereinbarten Brutto-Arbeitslohn von unter 400 Euro 2% Lohnsteuer zahlen sollte.
Doch die Richter gaben dem Arbeitgeber Recht. Denn ist im Arbeitsvertrag ein Brutto-Betrag vereinbart worden, geht die Lohnsteuer zu Lasten des Arbeitnehmers. Und das gilt auch für 400-Euro-Jobber.
FORMBLITZ-Tipp:
Als Arbeitgeber sollten Sie eindeutige Arbeitsverträge abfassen. Im Vertrag muss festgelegt sein, ob es sich um eine Bruttovergütung oder eine Nettovergütung handelt. Weisen Sie ferner darauf hin, dass die Pauschalabgabe auf die Lohnsteuer über 2 % im Innenverhältnis zu Lasten des Arbeitnehmers geht und ihm vom Lohn abgezogen wird.
Arbeitsvertrag über einen 400-Euro-Minijob
Arbeitsvertrag über einen 400-Euro-Minijob in einem Privathaushalt
Ratgeber: “400-Euro-Jobs: Wie Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren”
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